Postman's alarm Clock

Die Rahmenuhr, Ende des 18. Jahrhunderts aufgekommen, war in England seit dem frühen 19. Jahrhundert eine der beliebtesten Uhrenformen und wurde in vielen Varianten hergestellt. Charakteristisch für die Rahmenuhren ist der runde oder polygone Holzrahmen um das weiße Zifferplatt, dass oft von einer in Bronze oder Messing gefassten Glastüre geschützt wird. Viele der verschiedenen Rahmenuhren bekamen im englischen Raum eigene Namen. Da gibt es die Dial Clock (mit massivem Federzugwerk, kurzem Pendel, Gangdauer 8 Tage), die Drop Dial Clock (ausgestattet wie die Dial Clock nur ist unter dem Rahmen noch ein "Sack" in dem das etwas länger Pendel schwingt) und eben auch die Postman's Alarm Clock die auf dieser Seite genauer vorgestellt werden soll. Obwohl die Namensgebung sehr locker zu sehen ist, will diese Seite einmal ein Licht auf die Unterschiede werfen.


Die Postman's clock der Rombach Brothers

Im Schwarzwald würde man solche Uhren vielleicht Weckerle nennen, in England ist es die postmans clock oder postman's alarm clock. Es handelt sich um eine gewichtsbetriebene Wanduhr mit langem Pendel, Wecker und der Gangdauer von einem Tag. In der Mitte des Zifferblattes ist die Weckerscheibe mit der die Zeit für die Auslösung des Alarmes eingestellt werden kann. Wird der Alarm ausgelöst, schlägt ein Klöppel die Glocke von innen beidseitig an bis das Gewicht abgelaufen ist. 

Die Rombach Brothers sind Uhrenhändler aus dem Schwarzwald und obwohl keine Ortschaft bei der Adressangabe "54 Old Kent Rd." vorhanden ist kommt wohl nur London in Frage.

Der Uhrmacher hat sein Werk nicht signiert, nur die Initialen des Gestellmacher "M.H" lassen sich auf der Bodenplatte finden.

Die Fotos zeigen die Uhr im ungereinigten Zustand. Eine Kette und das Pendel wurden ergänzt um die Verwechslung mit einer Dial Clock zu verhindern.

Schwarzwald um 1860, Durchmesser Schild: 31 cm


Postman Alarm clock mit Seitlichem Wecker

Postman Alarm Clock von Faller & Hummel in Portsea
Postman Alarm Clock von Faller & Hummel in Portsea

Bei diesem kleinem Weckle ist das Weckwerk nicht hinter dem Gehwerk, sondern seitlich in das Uhrengestell eingebaut. Der Antrieb erfolgt über eine Schnurnuss aus Holz und eben einem Seil und nicht wie bei dem Gehwerk über eine Kette.

Händlersignatur: Faller & Hummel 99 QUEEN ST:  Portsea

Uhrmachersignatur: J. Humel

Maße Schild:

Breite: 22,5cm / Höhe: 23,7cm

Maße Uhrwerk:

Breite: 7,5cm / Höhe (Gestell): 10,7cm / Tiefe: 9,3cm

Die Fotos zeigen die Uhr im ungereinigten Zustand.


Die Alarm Clock der Uhrenhandlung Lovejoy & co.

Das Werbeblatt der Uhrenhandlung Lovejoy & Co in Wimbledon gibt uns einigen Ausschluss darüber warum diese Uhren auch als Postman Alarm Clock bekannt sind. Auf der Vorderseite ist zu lesen: "FORTY THOUSEND OF THESE CLOCKS are now in daily use by Postmen, Policemen, and Railway men in every part of Great Britain an Irland." Es muss bei diesen Berufen wohl besonders auf die rechtzeitige Aufnahme der Arbeit angekommen sein und damit auch auf das zuverlässige Wecken des Frühs. Im Falle der Werbung um 4 Uhr. Zusätzlich zur Werbung, die Rückseite mit den Zeichnungen die Vorderseite mit der Information zur Uhr, sind noch zwei weiter Schriftstücke in der Bildergalerie veröffentlicht. Davon ist eines eine Reparaturanleitung für die Alarm Clock. Alle drei Schriftstücke dürften um 1906 entstanden sein. Auf dem Webezettel zu sehen und in der Reparaturanleitung beschrieben ist die Schwarzwälder Wanduhr mit Wecker.


Rundrahmenur von I. Mark & Co.

Als Vergleich zur Postman's Alarm Clock die Rundrahmenuhr vom Schwarzwälder Uhrenhändler J. Mark in Peterboro. Auf den ersten Blick völlig identisch und in der Größe gleich, hat sie aber statt eines Weckers ein Schlagwerk. Es handelt sich auch hier um eine Wanduhr mit Gewichtsantrieb, ein Tag Gangdauer und langem Pende. Das Pendel, die Seitentürchen und die Gewichte haben sich nicht erhalten.

 

Die Fotos zeigen die Uhr im ungereinigten Zustand.

Schwarzwald um 1860, Durchmesser Schild 31 cm