
Die Kienzle Uhrenfabrik lieferte ab den 1930 bis in die 70er Jahre immer wieder ein Uhrendesing, das bei einzelnen Modellen auch heute noch frisch und ansprechend wirkt. Damit eng verbunden ist über einen langen Zeitraum der Chefentwerfer Heinrich Möller. Ich will diese Seite nutzen, einige dieser herausragenden Uhren der Kienzle Kollektion vorzustellen. Als Sammler schlägt mein Herz natürlich schneller bei seltenen, ausgefallenen oder einfach teuren Uhren und genau solche Uhren zeige ich auf dieser Seite. Die Uhren sind chronologisch eingeordnet, beginnend mit den ältesten Uhren.

Im Rahmen einer kleinen Ausstellung sind ein großer Teil meiner Kienzle Stil-Uhren in Furtwangen zu sehen. Wer in der Nähe ist, kann gerne vorbei schauen. Immer Donnerstags öffnet das Deutsche-Uhrenmuseum von 10 bis 16 Uhr seinen Workshop-Raum, das StattMuseum, in dem die Uhren ausgestellt sind. Das Uhrenmuseum selber ist noch wegen der Sanierung geschlossen. Der Eintritt ist frei. Im Workshop-Raum können auch selber Kuckucksuhren gebastelt werden. Nähere Informationen dazu finden Sie auf der Homepage des Deutschen Uhrenmuseum (deutsches-uhrenmuseum.de).
Für den Interessierten habe ich einige meine Uhrenkataloge von Kienzle digitalisiert und stelle sie zum Selbsttudium zur Verfügung. Die Auswahl ergibt einen guten Überlick über die Produktion von Kienzle. Ich bin immer auf der Suche nach weiteren Katalogen und Werbeprospekten, gerne auch geschenkt.

Die Uhren zum Ende des 19. Jahrhunderts und in den Anfangsjahren des 20. Jahrhunderts sind oft überladen mit Zierrat. Ich habe lange überlegt, was ich für eine Uhr ankaufe, um auch für diese Epoche eine repräsentative Kienzle Uhr zu zeigen. Mehr als eine sollte es nicht sein, da der Schwerpunkt der Sammlung auf den Jahren nach 1930 liegt. Dieses Tischührchen ist es nun geworden.
Ich habe sie auch gekauft, weil ich sie in einem Katalog gesehen habe. Jetzt wo die Uhr da ist, finde ich den Katalog nicht mehr. Sobald ich wieder weiß, wo die Uhr abgebildet ist, werde ich die Beschreibung ergänzen.
Gekauft habe ich sie in den USA. Das Paket war kleiner als die Uhr und die Flügel hatten schon aus dem Karton geragt. Zum Glück im Unglück ist nur ein Fuß hinten abgebrochen, der ohne großen Aufwand wieder fixiert werden konnte. Der gestutzte rechte Flügel und der Sprung im Glas war schon beim Kauf so.
Zinkguss, bronziert
Kienzle, Schwenningen, um 1920

Kienzle Superia
Rahmen und Sockelplatte verchromt poliert, Zahlenreif schwarz, Werkscheibe verchromt geschliffen, Zahlen und Zeiger matt weiß versilbert, hintere Glasplatte hellgrau.
massives 8-Tag-Anker-Gehwerk, 6 Steine
Maße:
Höhe: 25 cm
Breite: 22 cm
Katalognummer:
402/23
ab 1939 Nummer: 34/350/1

Kienzle Stiluhr
Rahmen und Sockel verchromt, poliert, Sockelzwischenteil und Zifferblatt verchromt geschliffen, Steine in echt Lapislazulie an Stelle der Zahlen 3, 6, 9 und 12, hintere Glasplatte schwarz tranparent, Zeiger verchromt.
Katalognummer: 502/210
Uhrwerk:
Massives 8 Tage Federzugwerk mit 6 Steinen
Maße:
Höhe: 13,2 cm
Breite: 21 cm
Bemerkung: Die Uhr ist auf den Fotos noch nicht gereinigt.

Die Tierkreis-Uhr
Das Gehäuse ist bronzefarbig, Tierkreiszeichen und Zeiger echt vergoldet. Zahlen und Zeichen sind aus massivem Material in langwieriger und genauer Kleinarbeit handgesägt. Zeiger, Zahlen und Tierkreis liegen zwischen Kristallglasplatten, die hintere Kirstallplatte ist leicht getönt, die mittlere Kristallplatte als Zifferblattmittel schwarze.
Die Uhr hat den Postversand leider nicht heil überstanden und die hintere Glasplatte ist in viele Scherben zerbrochen.
Katalognummer: 402/296-ASS
Uhrwerk:
Massives 8 Tage Federzugwerk mit 15 Steinen
Maße:
Höhe: 28,8 cm
Breite: 25 cm
Preis 1937: 325.- RM

Kienzle Superia
Vergoldet, hellgünes konkav geschliffenes Kristallglas, massives 8-Tage-Anker-Gehwerk,
Katalognummer: 402/397-JA
Uhrwerk:
Massives 8 Tage Federzugwerk mit 15 Steinen
Maße:
Höhe: 20 cm
Breite: 17,6 cm
Preis 1938: 116.- RM

Leider habe ich keine weiteren Unterlagen zu dem Uhrwerk gefunden. Anhand der Nummer dürfte es in den 1930er-1940er Jahren hergestellt sein. Es hat einen Halbstunden-Bim-Bam Schlag auf drei Tonfedern.

Kienzle Superia
Katalognummer: 34/376/1
Uhrwerk:
Massives 8 Tage Federzugwerk mit 15 Steinen
Materialien:
Vergoldet, seitlich braunes Kalbfell, Zifferblatt versilbet, aufgelegte Zahlen, Goldlinien
Maße:
Höhe: 16,2 cm
Breite: 24,8 cm

Kienzle Superia
Der Entwurf darf Heinrich Möller zugeschrieben werden, der ab den frühen 1930ger Jahren in der Uhrenfabrik Kienzle als Entwerfer seine Arbeit auf nahm. Eine genauere Datierung der Uhr ist nicht einfach. Im Gesamtkatalog von 1939 und davor ist sie nicht zu finden. Komplette Kataloge aus den Kriegsjahren 1940 bis 1945 habe ich leider keine zur Verfügung. In einer losen Blättersammlung wohl vom Frühjahr 1940 taucht sie auf. In den Prospekten und Katalogen nach 1945 ist sie nicht mehr zu finden.
Katalognummer: 34/388/1
Uhrwerk:
Massives 8 Tage Federzugwerk mit 15 Steinen
Materialien:
Grüner Marmor, vergoldete Messingmontierung
Maße:
Höhe: 22,5 cm
Breite: 30cm
Tiefe: 6 cm

Kienzle Superia
Marmor, Gold und Silber, das sind die Materialien mit denen Heinrich Möller um 1940 bei den Entwürfen für die Kienzle Stiluhren gerne spielte. Die Kombinationen ergänzten die Chrom- und Glasoberflächen der 1930er Jahre. Diese Kienzle Stiluhr gehörte um 1940 zur obersten Preisklasse. Neben der teuren Marmorvariante, gab es noch die "billigere" Variante in Nussbaummaserholz und Mahagoni, mit dem günstigeren 8 Tag Uhrwerk mit 6 Steinen.
Katalognummer: S34/387/1
Uhrwerk:
Massives 8 Tage Ankergehwerk mit 15 Steinen
Materialien:
Portor-Marmor, Metallteile rotgoldfarbig, Zifferblatt versilbert, leicht beigefarbig, mit aufgelegtem Minutenring, aufgelegte vergoldete Zahlen auf schwarzem Grund
Maße:
Höhe: 24 cm
Breite: 41cm
Tiefe: 6 cm
Gewicht: 7,1 kg

Kienzle Superia,
Nußbaum, matt antik. Lünette vergoldet, Zifferblatt versilbert, leit beigefarbig, aufgelegter vergoldeter Minutenring, aufgelegte vergoldete Zahlen.
Der Zustand der Uhr ist stark gebraucht. Der Lack hat starke Schäden und blättert stellenweise schon ab.
Uhrwerk: massives 8-Tage-Ankerwerk, 6 Steine
Maße:
Höhe: 227 mm
Breite: 200 mm

Kienzle Stiluhr
Kienzle lieferte mit ihrem Uhrendesigner Heinirch Möller eine große Bandbreite an unterschiedlichsten Uhren. Dabei trafen einige Entwürfe den Zeitgeschmack, andere waren fast Zeitlos und finden sich Jahrzehnte lang im Verkaufsprogramm und wieder andere kann man als Eintagsfliege auffassen, die nur kurze Zeit produziert wurden. Zu diesen letztgenannten Versucherle, gehört die hier vorgestellte Tischuhr. Neben den so oft hervorgehobenen Designklassiker hat Heinrich Möller also auch klassisch hässliche Uhren für Kienzle entworfen. Im Katalog von 1950 kann ich sie das erste mal nachweisen. Einzelne Gestalltungselemente z.B. die Ziffern, lassen sich bei Möller aber schon 1939/40 finden. Ihr Preis lag bei 225 DM, damit gehörte sie zu den teuren Kienzle Uhren.
Katalognummer: 34/392/1
Preis 1950: 225 DM
Vergoldet, Zifferblatt und Zeiger handgetrieben, patiniert, symbolische Figuren, die 4 Jahreszeiten darstellend, Zahlenreif dunkel patiniert, aufgelegte versilberte Zahlen.
Uhrwerk:
8-Tage-Anker-Gehwerk No. 151, 15 Steine
Maße:
Höhe: 215 mm,
Breite: 230 mm,
Tiefe: 60 mm
Gewicht: 2,8 kg

Kienzle Stiluhr
Die Idee mit dem Lebenslauf hatte Kienzle schon um 1940 in einer Stiluhr verwirklicht. 1950 wurden die gleichen Figuren noch einmal in einem neuen Gehäuse verbaut. Diese Uhr hat kein Kienzle Firmenlogo auf dem Zifferblatt. Wenn ich es recht weiß, müsste es glänzend schwarz auf den mattschwarzem Hintergrund aufgedruckt sein.
Vergoldet, Zifferblatt rosa-gold, Mittel schwarz mit Figuren, den Lebenslauf darstellend, Sekundenpunkte und Zeiger versilbert.
Katalognummer: 34/394/1
Preis 1950: 152 DM
Uhrwerk:
8-Tage-Anker-Gehwerk No. 151, 15 Steine
Maße:
Höhe: 160 mm,
Breite: 168 mm,
Tiefe: 45 mm,
Gewicht: 1394 g

Katalognummer: 34/3507/1
Preis 1950: 240 DM
Uhrwerk:
8-Tage-Anker-Gehwerk No. 151 mit 15 Steinen
Materialien:
Plexiglas, Metallteile vergoldet, Zifferblatt mittel und Zahlenfelder versilbert, Zahlen aufgelegt
Maße:
Höhe: 16,8 cm
Breite: 21,7cm
Tiefe: 5 cm

Kienzle Stiluhr
Vergoldet, Plexiglas, Zifferblatt versilbert, Zahlen stahlblau. Diese Tischuhr ist die kleine Schwester von Katalognummer 34/3507/1. Nebeneinander gestellt, wirkt die Uhr schon fast winzig.
Uhrwerk: 8-Tag-Anker-Gehwerk No. 151, 10 Steine
Größe:
Höhe: 105 mm
Breite: 127 mm

Kienzle Stiluhr
Vergoldet, gelbes Kristallglas, versilberter Minutenreif
Katalognummer: 34/3671
Uhrwerk: 8-Tag-Anker-Gehwerk No. 151, 15 Steine
Größe:
Höhe: 230 mm
Breite: 200 mm

Die Kordeluhren sind einfach eine ganz besondere Sorte von Uhren. Beim durchsehen der mir zur Verfügung stehenden Kienzle Katalogen zeigt sich, für mich doch überraschend, dass diese Uhren nur über wenige Jahre hergestellt wurden. Die Kordeluhren gehören nun nicht gerade zu den gesuchtesten Uhren auf dem Sammlermarkt aber es gibt auch unter Ihnen, bessere und schlechtere Entwürfe.
Katalognummer: 63/0650
Preis: 1958 = 60 DM
Uhrwerk:
Massives 8 Tage Ankergehwerk No. 161/5 mit 5 Steinen, Nivarox-Spirale
Materialien:
Goldfarbig und weiß, Zifferblatt weiß und schwarz, aufgelegte goldfarbige Zahlen und Stundenmarken, goldfarbige Metallkordel
Maße:
Durchmesser: 15,5 cm
mit Kordel 35 cm
Kienzle Heliomat
In den 1960er wird bei KIENZLE zum ersten mal die Energie der Sonne in elektrische Energie umgewandelt, gespeichert und damit das vergoldete Uhrwerk mit Klappanker angetrieben. Diese Lichtuhr gab es mit versilberten und goldfarbenem Gehäuse von ca. 1963 bis 1967.
Gehäuse versilbert und vernickelt, versilbertes Zifferblatt mit feinem Reliefschliff, aufgesetzte schwarze Stundenmarken, schwarze Zeiger.
Uhrwerk: Batteriewerk No 606d/911, Platinen 43,5mm Durchmesser, elektromagnetischer Selbstaufzug, 11 Steine, Kienzle-Ankergang, Nivarox-Spirale, Deac-accumulator type 451 D
Katalognummer: 55/9111
Maße:
Höhe: 111 mm
Breite: 240 mm

Optisch sehr nahe am Entwurf der "Heliomat" ist diese kleine Tischuhr. Sie war eine der billigen Tischuhren von Kienzle. Kostete die Heliomat 450 DM, gabs den kleinen Bruder schon für 90 DM.
Diese Uhren sind auch schon in die Jahre gekommen. Sehr gut erhaltene Stücke muss man heute schon suchen. Ist der Lack angegriffen, beginnt das Metall zu korrodieren.
Katalognummer: 55/7129
Preis 1967: 90 DM
Batteriewerk: Minielectric
Maße:
Höhe: 143 mm
Breite: 102 mm
Neuheit 1971
Die Uhrenentwürfe der Schwenninger Uhrenfabrik Kienzle trafen oft genau den Zeitgeist. Hier eine der teuersten Tischuhren der Kienzle Kollektion aus den 1970er Jahren. Im Neuheitenkatalog 1971 taucht Sie das erste mal auf. Aus einem aufwendigen Mirkromosaik von Glassteinen, die mit farbigen Folien hinterlegt sind, ist das Zifferblatt zusammengesetzt.
Katalognummer: 55/7416
Preis: 1972 = 480 DM
Uhrwerk:
Batteriewerk 606/51
Gehäuse:
schweres vergoldetes Gehäuse, Mosaik Zifferblatt mit vergoldetem Mittel, vergoldete Zeiger
Maße:
Breite: 23,2 cm
Höhe: 12,8 cm
