Höllsteig im Höllental

Gasthaus zum Sternen, Station Höllsteig im Höllental (Schwarzwald), Postkarte gesendet am 16. Okt. 1910
Gasthaus zum Sternen, Station Höllsteig im Höllental (Schwarzwald), Postkarte gesendet am 16. Okt. 1910

Höllsteig im Höllental war einst ein bedeutender Ort für die Reisenden und den Warenverkehr durch den Schwarzwald. Gastwirtschaft, Poststation und Holzhandel fanden sich schon früh an diesem Mündungspunkt der Ravenna in den Höllbach (Rotbach). Mit der Eisenbahn kam im letzten Drittel des des 19. Jahrhunderts an dieser Stelle das Ravenna Viadukt hinzu, dass seit seiner Erbauung ein beliebtes Foto- und Postkartenmotiv ist. Auf dieser Seite werden diese und weitere  Punkte für die der Höllsteig stand und noch heute steht einzeln vorgestellt.


Herbst in der Ravennaschlucht

Ravennaschlucht im Herbst
Ravennaschlucht im Herbst

Der Herbst lockt viele Wanderer und Fotografen in die Ravennaschlucht. Alle nehmen Rücksicht aufeinander, lassen den Gegenverkehr an den Brückle durch und versuchen auch an den Engstellen den Abstand einzuhalten.


Die Ravennaschlucht zwischen Höllsteig und Bernau im Schwarzwald

Die Ravennaschlucht zwischen Höllsteig und Bernau im Schwarzwald
Die Ravennaschlucht zwischen Höllsteig und Bernau im Schwarzwald

Die Ravenna, ein Bächle das bei Höllsteig in den Rotbach auch Höllenbach genannt einmündet, hat ein kleines, wild romantische Tal in das Grundgebirge des Schwarzwalades geschliffen. Ein Wanderweg mit Brückle und Stegen führt entlang der Ravenna und weiter bis nach Breitnau. Wer nicht im Besucherstrom mitschwimmen möchte, sollte früh Morgens das Tal durchwandern.


Die Höllentalbahn und Das Ravenna Viaduct

Das Ravenna-Viadukt im Höllental, Postkarte von 1910
Das Ravenna-Viadukt im Höllental, Postkarte von 1910

Für die erste Bahn, eine Zahnradbahn, wurde über die Ravenna eine Brücke aus vernieteten Eisenträgern gebaut. Von dieser ersten Brücke haben sich noch Fragmente erhalten. 


Die Löffelmacher Im Höllental

Löffelschmiede im Höllental
Löffelschmiede im Höllental

Das Löffeltal, entlang des Rotbaches (Höllbach), von Höllsteig nach Hinterzarten führend, weist mit seinem Namen schon auf eine Besonderheit hin. In dieser Region des Höllsteigs, der oberen Ravennaschlucht, Unter und Über der Steig sowie in Hinterzarten war die Löffelmacherei ansässig. Die Löffelmacherei war fest in der Hand der Familie Feser. Hermann Feser (Hinterzarten) war der letzte Löffelschmied und mit ihm starb 1908 dieses Gewerbe in 4. Generation aus. (Quelle 1, S. 40) In der Bildergalerie ist eine Rechnung dieses Löffelschmiedes Hermann Feser vom 15. Juni 1860 veröffentlicht. Im Wirtshaus Sternen befand sich damals die Poststation Höllsteig deren Aufgabestempel auf der Umschlagvorderseite zu sehen ist.


Die Ravennaschlucht im Winter

Wasserfall in der Ravennaschlucht
Wasserfall in der Ravennaschlucht

Wer im Winter im Schwarzwald auf Tour geht weiss, dass es rutschig sein kann. Drum:"Obacht!" Die kalte Jahreszeit ist für mich die schönste Wanderzeit. Der Schneepuder gibt den Steinen und Felsen eine besondere Pastizität.


Der Holzhändler Friedrich Faller vom Sternen in Höllsteig

Fuhrmänner beim Holztransport im Schwarzwald um 1910
Fuhrmänner beim Holztransport im Schwarzwald um 1910

Friedrich Faller (10.04.1840 - 27.05.1892) war in der Zeit um 1863 bis ca. 1874 Holzhändler in Höllsteig. Er selbst war jedoch nie der Bauer auf dem Wirtshof zum Sternen. Nach dem Tod seines Vaters Fidel Faller (07.04.1807 - 27.07.1863), führte Friedrich das Holzhandelsgeschäft weiter während die Witwe, Rosalia Heitzmann, das Wirtshaus übernahm. Der Wirtshof zum Sternen ging später dann an Adolf Faller (17.10.1850 - 16.11.1917), den jüngsten Bruder von Friedrich, über. Friedrich selbst wurde dann Landwirt in Littenweiler bei Freiburg (Quelle 1, S. 629). Ein Brief an den Holzhändler Friedrich Faller vom Holzhauer Joseph Herman aus Neustadt hat sich erhalten. Er gibt uns einen kleinen Einblick in das tägliche Geschäft des Holzhandels und Transportes. Der Brief ist in der Fotogalerie abgebildet.

"Wir theilen Ihnen ergebenst mit, daß die Lagerstämme von den Langholzlager sämtliche hergerichtet u. beschlagen sind, und abgeführt werden können. Wir ersuchen Sie daher in Bälde Ihren Buchhalter zur Abmessug fragl. Hölzer hirher beordern zu wollen, da ohnedis die Fuhrleute drängen weil sie noch vor der Heuernte die Abführung zu vollend[x] beabsichtigen und fertig zu machen wünchen. Sehr baldiges Eintreffen wäre uns sehr erwünscht. Hochachthungsvollst zeichnet Kohlwald den 18 Juni 1871 Josepf Herman Holzhauer"


Das Gasthaus zum Sternen unter der Steig im Höllental

Gasthaus & Pension zum Sternen, Adolf Faller Höllsteig (Schwarzwald), Werbekarte um 1900
Gasthaus & Pension zum Sternen, Adolf Faller Höllsteig (Schwarzwald), Werbekarte um 1900

Das Gasthaus zum Sternen, so ist es auf einigen der Postkarten vermerkt, besteht seit 1446. Zum eigentlichen Gebäude des Sternen gehörten noch weitere Wirtschaftsgebäude, die unter anderem die Rösser für die Postkutschen und den Holztransport beherbergten.


Das Höllental und seine Straße

Hirschsprung im Höllental, Foto von P. Bartmann 1887
Hirschsprung im Höllental, Foto von P. Bartmann 1887

Das Höllental war und ist eine der wichtigsten Ost-West Verbindungen für den Personen und Warenverkehr über und für die Touristen in den Schwarzwald. Immer wieder wurde die Höllentalstrecke ausgebaut und erweitert. Zuerst wohl kaum mehr als ein Karrenweg wurde die Straße im 18. und 19. Jahrhundert zum wichtigen Transport- und Postweg. Am 21. Mai 1887 wurde die Bahnstrecke durch das Höllental eröffnet. Neben dem Höllsteig, mit dem Gasthaus Sternen, dem Viadukt und der Ravenna-Schlucht, ist ein weiterer bekannter Weg Punkt durch das enge Tal der Hirschsprung. Auf dem historischen Foto von 1887 ist ein Fuhrmann mit Pferdegespann an diesem Hirschsprung. Links neben dem Fuhrmann steht an der Talstraße ein Telegraphenmast. Die B31 sorgt auch heute immer noch für rege Pressemeldungen. Typische Meldungen im Lauf des Jahres sind, wenn im Frühjahr Steinschlag droht, im Sommer Felssicherungsarbeiten durchgeführt werden oder beim ersten Schnee des Winters die LKW liegen bleiben. In der Fotogalerie sind frühe Abbildung von Automobilen im Höllental zusammengestellt.


Die Posthalde Höllsteig

Brief von Höllsteig nach Freiburg, entwertet mit dem Fünfringnummerstempel 61
Brief von Höllsteig nach Freiburg, entwertet mit dem Fünfringnummerstempel 61

Die Posthalde Höllsteig hatte bis Ende 1860 ihren eigenen Fünfringnummerstempel zur Entwertung der Briefmarken. Jedem Postort wurde 1851, mit der Einführung der Briefmarken im Großherzogtum Baden, eine eigene Nummer für den Entwertungsstempel zugewiesen. Höllsteig hatte die Nummer 61. Auf dem abgebildeten Briefstück findet sich unter anderen, noch der Zweiringstempel mit dem Aufgabeort Höllsteig und Datum ohne Jahreszahl und das Ortssiegel von Hinterzarten.

Die drei Kreuzer Freimarken der Ausgaben 1852 gelb, 1854 grün und 1858 blau. Entwertet mit dem Nummerstempel 61 für die Posthalde Höllsteig.

Brief des Erzbischöflichen Ordinariat Freiburg an die Erzbischöfliche Pfarramtsverwaltung zu St. Märgen, von Freiburg über Höllsteig nach St. Märgen, 27. Februar 1849
Brief des Erzbischöflichen Ordinariat Freiburg an die Erzbischöfliche Pfarramtsverwaltung zu St. Märgen, von Freiburg über Höllsteig nach St. Märgen, 27. Februar 1849

Die Poststation Höllsteig war nicht nur Durchgansstation für Briefe Richtung Neustadt und weiter, sondern auch auf die Höhen des Schwarzwaldes. Dies lässt sich wunderbar anhand der Stempelungen des abgebildeten Briefes aus Freiburg über Höllsteig nach St. Märgen nachvollziehen. Der Weg über Höllsteig ist, wenn man einen Blick auf die Landkarte wirft, eigentlich ein Umweg. Kürzer währe damals schon der Weg über die Poststation Burg bei Kirchzarten und dann direkt hoch nach St. Märgen.

Die Postablage Höllsteig

Briefhülle von Fidel Faller in Höllsteig an Friedrich Faller im Gasthof zum Hirsch in Baden Baden, 05.07.1863
Briefhülle von Fidel Faller in Höllsteig an Friedrich Faller im Gasthof zum Hirsch in Baden Baden, 05.07.1863

Seit dem 26.12.1860 ist Höllsteig eine Nebenstelle vom Postamt Freiburg, eine sogenannte Postablage. Jetzt wird die Briefmarke mit dem Nummernstempel 43 für Freiburg entwertet und der Ortsstempel Freiburg nebengesetzt. Bei dem Abgebildeten Briefbeispiel hat der Ortsstempel noch das Datum, also: Freiburg 5. Juli. Die Postablage Höllsteig als Aufgabeort setzt einen Uhrradstempel mit der Nummer 18 auf die Briefvorderseite.

Die Poststraße durch das Höllental in Historischen Dokumenten

September 1812

Dezember 1857

Januar 1862



Höllsteig und die Ravennaschlucht auf historischen Fotos

Ravennaschlucht Wasserfall, Foto um 1890
Ravennaschlucht Wasserfall, Foto um 1890

topographische Karte von Höllsteig 1898

topographische Karte von Höllsteig (Ausschnitt), Grossherzoglich topographisches Bureau 1898
topographische Karte von Höllsteig (Ausschnitt), Grossherzoglich topographisches Bureau 1898

Um den Überblick über den ehemaligen Straßenverlauf, das Gelände und die Bezeichnungen von Höllsteig zu erleichtern, ist hier ein Ausschnitt der topogrphischen Karte des Grossherzoglich topographischen Bureau von 1898 veröffentlicht.

Gradabthlg. 48 26.X.5. Höllsteig Blatt 118

Maßstab der Originalkarte 1:25 000

Steindruck der G. Braun´schen Hofbuchdruckerei Karlsruhe

Schichtenhöhe 10 Meter

 


Quellen:

  1. Heitzmann, Helmut:"Höfechronik Breitnau"; Selbstverlag Gemeinde Breitnau 2004